Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Arnold Böcklin
Person:
Meissner, Franz Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1460355
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1461449
vereinigt sich, um die vTotcninselK (1880) zu einer 
erschütternden Elegie auf die sterbende Antike zu machen. 
XVas in der wVilla am Meerr Böcklin einst auszudrücken 
suchte, das wird hier in klassischer Form vollendet. Die 
erste Fassung davon entsteht 1880,  ihr folgen noch 
vier Andere, von denen die ein wenig späteren Vari- 
anten im Leipziger Museum und bei Schön in Worms 
(diese von Klinger radiert) die schönsten sind. Die 
Leipziger Fassung habe ich im Auge bei meiner Schil- 
derung.  Der Vorwurf ist der Gruppe der Ponza- 
Inseln nördlich vom Golf von Neapel entnommen; 
die Eilande sind nach Form und Gestein vulkanischen 
Ursprungs und in vorgeschichtlicher Zeit wohl Neben- 
krater des Vesuvsheerdes gewesen. Einige davon sind 
urbar und bewohnt,  andere lediglich öde Riffe. Ein 
Solches kommt hier in Frage. Die stehengebliebene 
Hälfte einer einstigen Kraterspitze ragt steil aus dem 
Meer. Die NVellen schwemmten einen kleinen Hof in 
mehrhundertjiihriger Arbeit an; rastenden Vögeln entfiel 
Cypressensamen und fast ein Dutzend Riesen sprossten 
allmählich bis zum Felsgrat hinauf. Später kam der 
Mensch dazu. In den weichen Tuff grub er Gang und 
Kammern, fügte er Marmorfliesen,  er schloss den Hof 
gegen stürmischen Wellenschlag durch eine rohgefügte 
Mauer. Es war dann kein Symbol weiter anzubringen, 
denn der Ort wirkt todesernst wie eine Pyramide; er 
sollte ja auch der müden Kreatur Unterschlupf für un- 
gestörte Grabesruhe bieten.  Diese Todesruhe in einsamer 
NVeltvergessenheit hat Böcklin zu ergreifender Stimmung 
ausgeklärt,  er wusste auch, in die tiefe Trauer die
        

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