Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1456633
23 juli 66. 
Von dieser Harzmalerei des Schackschen Iphigenia- 
bildes (Villa am Meer; Böcklin hat sich in der Traucrnden 
den letzten Sprofs einer alten Familie gedacht) erzählte 
Böcklin mir noch folgendes: 
Die Farbstoffe werden mit Weihrauch und Sandrog 
vermittelst Wasser auf den Reibstein gerieben. Sie werden 
teils pastos (meistens), teils lasierend verwendet, und man 
kann sie, so lange die Farbe noch feucht ist, nach Be- 
lieben mit Wasser verdünnen, auch nach Belieben mit 
allen Farben lasierend oder deckend verfahren. Ist die 
Farbe auf der Palette aber einmal angetrocknet, so wird 
sie steinhart. S0 auch auf dem Bilde und zwar so hart, 
wie auf einem alten Bilde, weil alle Feuchtigkeit schnell 
entflieht, während ein Oelbild sie noch viele Jahre hält. 
Je dicker man malt, desto mehr schlägt die Farbe ein, 
darum feuchtet man das Bild von hinten oder von vorn 
mit NVasser Wieder an, wodurch es feucht und frisch her- 
austritt und die Farbe, die man daraufmalt, immer in 
Harmonie bleibt. Die getrocknete Oberfläche sieht, wie 
auch bei einem ausgetrockneten Oelbilde, porös wie Bims- 
stein aus. Ist mit der Zeit schon viel Farbe auf das Bild 
gekommen, so nehme man sich in Acht, feuchte hinten 
und vorn das Bild an und warte eine Weile; denn das 
Wasser würde von hinten nur die unterste Schicht Farbe 
auflösen und die obere würde sich darauf schieben.  
Wie oben gesagt, erwärmt man, nachdem alles voll- 
endet, das Bild vermittelst einer Röhre aus einem Kohlen- 
feuer, streicht dann darüber das Wachs, das man durch
        

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