Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1456569
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trafen wir die Maler Lindemann-Frommel und Bänouville, 
die per Kutsche vom Studienmalen heimkehrten, und 
nahmen gern ihr Anerbieten, mit ihnen heimzufahren, an, 
denn die Mauern strahlten eine Hitze aus wie Backöfen. 
Juli 
Böcklin war von dem gestrigen Spaziergang nach 
Val d'Egeria sehr angeregt und brachte heute sein Bild 
bedeutend vorwärts. Er malte rechts die grofsen Huf  
lattichblätter, die als gröfste Pflanzen und an der 
vordersten Stelle viel zur plastischen Wirkung des Bildes 
beitragen. Dann, dem Schilfgehänge von links entgegen- 
strebend, malte er schwungvoll überhängende PHanzen 
mit violetten Blüten, über die weifsblühendes Gaisblatt 
klettert." Dieses Blütengehänge über der Quelle hat 
(besonders bei der Dämmerstimmung im Bilde) etwas 
Märchenhaftes und Melancholisches. 
Böcklin meinte, wenn man hinauskommt in die Natur, 
lernt man fast stets einsehen, dafs Schlingpflanzen und 
dergleichen viel massiger auftreten, und dafs man solche 
Pflanzen fast immer zu dünn malt. Alles im Bilde 
erschiene ihm dürftig, schwächlich und unwirksam, wenn 
er an den prächtigen Lattich von gestern zurückdenke, 
WO er sich immer staunend sagen mufste: "Donnerwetter, 
ist das eine schöne, stattliche Pflanze!" 
Juli 
 Als wir, von der Kneipe (bei P. Navona) zurück- 
kommend, bei Bilderläden in Via Condotti vorbeigingen,
        

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