Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1456484
der Formen im Dunkel bemerkt zu haben, denn ihr Licht 
haben sie gewöhnlich durch tausend Kleinigkeiten zerstört. 
Juli 
Böcklin hat nach dreiwöchentlicher Pause, in der er 
sein Bild "Götter Griechenlands" für Schack begann, sich 
wieder anhaltend seinem Petrarca Zuge-wendet. 
Seine rote Dichteriigur hatte er also grauer und etwas 
tiefer gemacht und meinte, dadurch Würde sie dämmeriger 
und stecke mehr im Dickicht, Während das helle Rot die 
Figur immer herausspringen mache. 
Nun Würde er dadurch aber auch genötigt, das Licht 
der Luft zu versiärken, um diesen Eindruck zu heben (und 
zu vertiefen). Diese beiden Punkte, das Licht in der Luft 
und das Rot, seien der Stimmschlüssel für sein Bild, auf den 
er immer Wieder zurückkäme. Das Rot sei auch durch 
dieses Dämmerig-Unbestimmte melancholischer geworden. 
Alle lebhaften Farben haben etwas Heiteres, die dämme- 
rigen Farben oder auch starke Gegensätze etwas Melan- 
cholisches. 
Nachmittag. Böcklin meinte, der Satz Leonardos: Im 
vollen Licht seien die Farben am schönsten, wäre auf sein 
Bild nicht anzuwenden; denn da das Licht von hinten kommt, 
mufs vorn im Dämmerton die stärkste Farbe sein, und die 
ferne Wiese, obwohl am hellsten beleuchtet, wird einen 
durch das Licht überstrahlten, gebrochenen grauen Ton 
haben müssen.  
Böcklin kam zu seinem ersten Entwurf zurück und
        

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