Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1456479
ufer hinunter vereinzelten. Drollig sah es immer aus, wenn 
sie sich an einer Hecke nagend aufrichteten. Die Hinter- 
beine erscheinen dabei verhältnismäßig kurz. Der Ober- 
schenkel konnte zum Unterschenkel nicht gestreckt werden 
und bildete stets noch einen stumpfen Winkel, da das Becken 
eine ganz andere Lage als beim Menschen hat. Der Leib 
tritt dick hervor, und die Hinterbeine der Ziegen stehen 
breit von einander. Die Unterschenkel (Mittelfufs Wohl F) 
reichen in dieser Stellung bis zum Anfang der Oberschenkel. 
Hals dünn; bei einigen, wie es scheint ohne Gesetz, Zipfel 
am Halse von der Farbe des Felles daneben. 
Dunkle Gewänder auf alten Bildern, besonders vene- 
zianischen und deutschen, erscheinen hauptsächlich deshalb 
so tief, weil in ihnen die Modellation schwach ist. Das 
beruht auf demselben Gesetz, wie die lichtvolle Erscheinung 
eines Stoffes, die erhöht wird, wenn bei dem lichtvollen 
Ausstrahlen die Einzelformen mehr oder weniger schwinden. 
Sowohl dunkle wie helle Stoffe verlieren an Modellations- 
stärke, und wie im dunklen Schatten sieht man auch weniger 
im hellen Licht. 
So hat Hans Holbein ein schwarzes Gewand oft gar 
nicht mehr als Form behandelt, sondern nur als tiefe Ton- 
erscheinung ohne Modellation; darauf dann, um den Kontrast 
zu erhöhen, eine scharfgezeichnete goldene Kette, die dann 
auch wieder, indem sie der Körperform nachgeht, diese 
nicht ganz im Dunkeln verschwinden lafst. 
Die Altdeutschen scheinen aber nur dieses Verschwinden
        

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