Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1456277
kannten Sätzen doch sehr viel Interessantes. Er äufsert 
z. B.: je weniger Licht eine Farbe bekommt, desto schwächer 
wird sie, bis sich im tiefsten Schatten alle Unterschiede 
ausgleichen und die Farbe nicht mehr gesehen Wird. Man 
kann also Sachen, die nicht im vollsten Licht sein sollen, 
dreist mit einer schwarzen Lasur überziehen, ohne zu 
fürchten, gegen die Farbenwirkung zu verstofsen. 
 Ferner folgt daraus, dafs Halbschatten oder Tönungen 
an Farbigkeit gegen klare Lichtwirkung zurückstehen 
müssen. 
Ueber M arees Unzufriedenheit sagte Böcklin, dal's er 
an andere zu hohe Anforderungen stelle und infolge dessen 
strengere Kritik befürchten müsse. Dann vergesse er auch, 
dal's man ein Bild nicht der Farbe oder einer malerischen 
(Wirkung wegen, sondern der Sache selbst wegen male. 
Juni 
Böcklin riet mir: wenn ich einmal eine Skizze gemalt 
hätte, sollte ich sie mit Copal ä Fhuile überziehen und 
dann erwärmen, bis der Copal riecht. Dann hat sich dieser 
gleichmässig verteilt und giebt der Farbe einen Wunder- 
schönen rätselhaften Schimmer, so dafs man garnicht be- 
Agreift, wie dieses Bild gemalt ist. 
Juni 
Nachmittags mit Böcklin in Villa Börghese. Er sprach 
viel von seinem Luftschiffahrtsprinzip. 
Feuerbachs Talent sei nur auf das Nachahmen ge- 
richtet. Nie habe er den Gedanken des Bildes im Sinn,
        

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