Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1456194
eine Kleinigkeit (einen Busch, der gegen die Luft steht 
oder dergl.) überrascht. Wenn man sich dann fragt: 
woher kommt es, dafs man sich hier sagen mufs: das ist 
so schön, wie man es sich zum Bilde nur Wünschen kann, 
so wird man durch die Lösung einer solchen Frage mehr 
lernen, als durch vieles Studienzeichnen. 
Als wir Mitte Mai einmal nach der Arbeit zur Porta 
del Popolo hinausgingen, bewunderte er rechts die Tuff- 
felsen mit den kurzanschliefsenden Büschen und machte 
mich auf das rotblühende zierliche Löwenmaul und Haus- 
laub auf den Mauern aufmerksam. Weiterhin bei der Vigne 
des Michele war auf der linken Seite des Weges ein 
blühender Granatbusch mit Weifsen und rosa Rosen durch- 
wachsen, deren Blätter, auch etwas länglich, von dem 
Granatlaub schwer zu unterscheiden sind. Rechts auf 
dem Felsen die dunkeln festen Cypressen, daneben (höchst 
graziös und leicht) junge schlanke Bäumchen. Ein 
schönes Motiv war ihm zerstört: feste, grofse Oleander- 
büsche, aus denen zierlich eine kleine Weinlaube heraussah. 
Mai 
Bei Böcklin. Ich zeigte ihm mein Fragment antiker 
Malerei, das ich bei Prima Porta gefunden.  Böcklin 
meinte, es sei vielleicht mit Leimfarben auf schwarzen 
Freskogrund gemalt. (Späterer Zusatz: 18ö8l69 er- 
kannte Böcklin es jedoch als reines Fresk o.) 
Böcklin widersprach damit Pettenkofer, der behauptet 
hat, dafs sowohl Leim- als Oelfarben unhaltbar seien, 
wenn Veränderungen im Oel, im Firnifs oder Leim vor
        

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