Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1456148
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licht, das rechts unten auffällt, nachdem es sich vorher 
von seiner Hauptmasse aus (von der Luft aus) allmählich 
nach dem Hauptschatten hin verbreitet hat. Rechts unten 
die hellen Steine, das Papier und anderes Wirken hell und 
dunkel, dagegen links oben dunkle Blätter und Aeste auf 
heller Luft. 
 Die beiden Ecken rechts oben und links unten müssen 
unentschieden bald Gegenstände hell auf dunkel und 
dunkel auf hell zeigen, die nichts Sprechendes haben; 
das Auge darf von diesen Stellen nicht angezogen werden 
und nicht auf ihnen weilen. 
Als die Rede auf die Zeisingsche Proportionslehre 
vom goldnen Schnitt kam und deren Anwendung auf 
alle Künste (auch Musik), meinte Böcklin, etwas Aehn- 
liches Finde sich schon im Vitruv, der von den Verhält- 
nissen eines Baues spreche und dann in rätselhafter Weise 
zu den TOHVCThälUIiSSGII in der Musik überspringe. 
Palladio habe auch über dergleichen geschrieben (Modul- 
einteilung). Der Palast Giraud-Torlonia im Borgo, der 
unweit S. Pietro von Bramante gebaut ist, habe auch 
sehr klare Prinzipien und sei nach Verhältnissen gerader 
Zahlen gebaut (z. B. Fensterbreite 4, Rahmen 1, Zwischen- 
räume 2). 
Nun wendete Böcklin dies auf sein Bild an. Die 
Einteilung war dann (vgl. die nachstehende Skizze): 
a Felsen 2 U2,  b Hauptmasse des Busches 2 V4; die 
Auslaclungen treten nun aber weiter vor, dafür mufste 
Böcklin mit den Luftdurchblicken an den Stämmchen 
je nachdem tiefer in den Busch hineinrücken, so ferner
        

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