Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459906
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dem etwas hellgelblichen Fleischton unterschieden. Von 
den beiden mit ausgestreckten Armen hat der hintere 
mittelrotbraunes Haar; der ganz kleine aber neben der 
Flora ist blond und das Fleisch ist fast ganz mit Mennig 
gemalt, besonders die Lippen. Der vorschwebende mit 
dem Blumenstraufs ist besonders lebendig: Haar dunkel 
graublond; in den Blumen, die er hält, sieht man die 
ganze Palettenauswahl: Hochrot (Chromrot, Mennig ist 
schmutziger im Ton), Hellgelb (Kadmium und Weifs), 
einige Punkte Ultramarin und dunkelrote Georginen (aus 
Eisenoxyden und Chromrot). 
Böcklin strebt nicht danach, wie im vorigen Bilde, 
das Ganze im Nassen zusammenzustimmen, sondern 
meint, er könne es jetzt schon übersehen. Mit der Zeit 
lerne man doch gewisse Farben kennen und suche sich 
alle Mischungen zu merken. S0 wäre er im stande fort- 
zufahren, selbst wenn der erste Teil schon trockne; so 
z. B. mit dem grünen Mantel, den er im Licht einfach 
aus grüner Erde und Weifs gemalt hätte. 
Freskogrund. Als bei nicht besonders delikatem 
Ansatz des Maurers die Mantelfarbe ihm verschieden auf- 
trocknete, schlug Böcklin das ganze Stück heraus und 
präparierte sich den Freskogrund aus dem vom Maurer 
zurückgelassenen Marmor-Kalkstuck aufs neue, indem er 
ihn vorsichtig mit dem Stahlspachtel auftrug, verbreitete, 
festdrückte und damit ebnete. Böcklin hat sich zu diesem 
Zwecke noch zwei Stahlspachtel (hier auch Vertreiber ge- 
nannt) angeschafft: er übergeht damit nach dem ersten 
Anlegen die Pinselstriche und drückt sie an; zugleich wird 
264"
        

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