Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459837
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zu machen, dann bekäme das Blafshalten des unteren 
Teiles doch Berechtigung. Er sagte aber, da die Schatten 
blafs sind, so würde dies im Gegenteil das untere nur 
unfertiger erscheinen lassen. Er habe die Guirlande links 
nebenher Gruppe von Faun und Dryade absichtlich ganz 
flach gezeichnet, damit ihre blassen Schlagschatten nicht 
aufgehoben würden. Darin besteht eben das Fertigmachen, 
nichts hinzuzufügen, was die Wirkung des schon Bestehen- 
den beeinträchtigen könnte. Die Arbeit würde sonst durch 
immer neues Aendernmüssen eine unendliche werden. 
12. Juli 69. 
Böcklin hat Versuche mit Zinkweifs aufnassem 
Kalkgrund und trockenem, dunklem Grund (Palette) an- 
gestellt, und es hat sich vortrefflich bewährt. Es hellt 
nur unmerklich auf und gestattet somit die leisesten La- 
suren, ohne die Gefahr des Aufhellens wie beim Kalk. 
Auch chinesische Tus che giebt ein schönes Schwarz. 
Böcklin hat sich ein Stück zum Freskogebrauch auf- 
gelöst, obwohl Lithographierkreide und Pastellfarbe viel 
dunkler waren. Man könne vielleicht mit Pastellkreide in 
das nasse Freskobild hineinzeichnen: Weich genug dazu 
wären ja die Pastellstifte. Ich meinte, bei der grofsen 
Helligkeit der Freskofarben und bei ihrem starken Auf- 
hellen dürfe man vielleicht nicht mit so dunkelschwarzer 
Farbe Wie chinesische Tusche hineinmalen. Böcklin sagte 
aber: ein Freskobild würde das dunkelste Schwarz aus- 
halten, da andererseits auch wieder die Farbengegensätze 
ebenso sprechend wären. Wie hell und leuchtend die
        

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