Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459823
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 10. Juli 69.   
Drittes Fresko: Apollo. Er freue sich darauf, das 
Bild zu malen, denn alles sei wirksam und malerisch 
lebendig: der zweite Pferdekopf gegen den nackten 
Schenkel des Apollo; der erste gegen das weifse Licht 
der Mähne vom zweiten u. s. w., dann die verkürzten 
Beine der Pferde. Er wolle noch recht die Pferde stu- 
dieren, damit er sie so schlagend wie möglich geben 
könne, d. h. nicht in Betreff der Ausführung, sondern in 
dem, was für das Tier wirksam und charakteristisch seil 
Er wäre froh, den Apollo heruntergerückt und die 
Gruppe geschlossener gemacht zu haben. Er denkt es 
sich lustig, zu malen: solchen Pferdekopf im vollsten, ein- 
fachen Licht, worin dann die kleinen Schattendrucker 
unter dem Halfter, nur um die Form ahnen lassen. Er 
hat namentlich auch die Bewegungen der Schnauze be- 
obachtet: wie sich mit der Oberlippe auch die Nase hoch- 
Schiebt; wie die Unterlippe herabgezogen ist und wie die 
Zunge sich über die Vorderzähne legt u. s. w. Beim 
dritten Pferde suchte er ein Uebergehen des Lichtes von 
Pferd und Wagen zum Apollo zu einer ununterbrochenen 
Lichtmasse.  
 Beim zweiten Fresko hat Böcklin, weil heute schon 
darüber Beratung sein soll, den unteren Teil flüchtig fertig 
machen müssen. Weil er den Karton in Kreide gezeichnet, 
konnte er es nur blafs thun, um sich die Möglichkeit eines 
noch sorgfältigeren Durchbildens nicht zu benehmen. Um 
den Entwurf zeichnete er nun ganz flüchtig eine Frucht- 
guirlande. Ich schlug ihm vor, sie unten etwas dunkler
        

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