Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459800
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wegnehmen. Man nimmt jedoch nichts weg, sondern 
drückt nur die Farbe glatt an. 
Er sei begierig, wie sich das Malen mit Zinkweifs 
bewähren werde, es würde auch etwas aufhellen, aber nicht 
so bedeutend. Er habe Armenino und Cennini in 
Verdacht, wo sie nur von Kalk und Kreide anstatt Weifs 
sprechen, dafs sie da vom Bleiweifs absichtlich schweigen. 
Es war vielleicht verpönt, da bekannt war, dafs es an der 
Luft, besonders in geschlossenen Räumen, durch die Aus- 
dünstung der Menschen schwarz wird. Heimlich mögen 
sie es dennoch angewendet haben. Dafs die Dornen- 
krönung von Luini in der Ambrosiana mit Bleiweifs ge- 
malt wäre, scheine ihm aufser Zweifel, denn es sei ganz 
behandelt wie Oelmalerei. 
Für das Malen des zweiten Fresko rechnet er 
acht Wochen, für das des Apollo vier, und beabsichtigt, 
um frischer und gesammelter zu sein, nur Vormittags zu 
malen. Das Stehen auf den schwankenden Brettern hatte 
ihm beim letzten Male Wasser in den Knieen erzeugt. 
Ueber die Art, die Kartons zu fixieren, ist er im 
Zweifel. Milch, fürchtet er, würde die Kreide fort- 
Schwemmen und den Karton somit bcschmutzen. Ich riet zu 
einem dünnen Leimüberzug von vorn und zu Andampfen; 
Böcklin sagte aber, darauf Wäre unangenehm zu zeichnen, 
denn er habe bei den Porträts im römischen Künstler- 
Verein gesehen, dafs ziemlich viel Leim dazu nötig sei. 
Cornelius, meint er, hätte die Kartons mit Schellack
        

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