Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1456083
Mai 
Vormittags bei Böcklin. Am Nachmittag mit ihm 
im Cafe Greco. Am Abend zur Boccia-Partie nach Villa. 
Malta, die König Ludwig gehört und von einem Münchener 
Bildhauer Schöpf, der daselbst Wohnung und Atelier hat, 
verwaltet wird. Böcklin gehört hier zu einem Boccia-Klub, 
an dem aufscr ihm und Schopf noch sein Vetter Augusto 
Fratelli, ferner Hans von Marees, der Berliner Bildhauer 
Moritz Schulz, Historienmaler Gunkel und die Kasseler 
Bildhauer Kaupert und Gerhardt teilnehmen. 
Als ich Böcklin Vormittags besuchte, hatte er sich 
für sein Daphnis-Bild einen provisorischen Rahmen ge- 
macht, d. h. eine schräge fünfzöllige Fläche, die er sich 
mit Schaumgold vergoldete. Infolgedessen liefs die 
Wirkung des Bildes an manchen Stellen nach, andere er- 
schienen zu hell und mufsten mit Beinschwarz lasiert 
werden. Noch andere mufsten in der Zeichnung verstärkt 
werden (Krug etc.); und das verlangten besonders gewisse 
Stellen (die Köpfe, der Krug etc.), die  in gehöriger 
Distanz von einander  die sprechendsten im Bilde 
waren. Diese Dreizahl der Gruppierung geht schliefslich 
fast durch alle Hauptsachen im Bilde: durch Hauptlichter, 
Hauptfarben und Hauptformen. So ist z. B. dieses Bild 
derart gruppiert: die Weifse Luft, Luftdurchblick in der 
Höhle und die weifse Milch. Ferner spricht sich in den 
drei Hauptstellen: dem fiötenden Kopf des Daphnis, dem 
Zuhörenden der Nymphe und links unten in den Ge- 
schenken die Idee des Bildes aus.
        

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