Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459740
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liefs und seiner Art zu folgen suchte. Nichts von Anpassung 
an den Raum oder von naturalistisch-künstlerischer Kom- 
position; das Ganze wirkt nur durch den Effekt der Farbe. 
Die Farbenfolge ist so: In der Mitte goldgelbe Glorie, 
die sich ins Graue verliert, davor Iohannes und Maria, 
schwebend; dann ein Wolkenkreis, von unten gesehen, mit 
weifslichen Lichtern und violetten Schatten (Johannes und 
Maria waren also vielleicht Rot und Blau). In dem Wolken- 
kreis eine Unzahl Engelbeine, Arme und Köpfe, die 
manchmal ausladen und Silhouette bilden. Dann folgt ein 
kalt grünlichgrauer Luftton, vor diesem auf einer Ballustrade 
Kandelaber, die von Putten angezündet werden oder der- 
gleichen (hell). Davor dann riesige verkürzte Apostel- 
Hguren in statuenhafter Anordnung, die durch ihre Kraft 
und ihr Dunkel die ganze übrige Komposition in grofse 
Ferne rücken. Sie setzen sich mit Händen, Köpfen, 
Details etc. manchmal hell und überschneidend vor dem 
Wolkenkreis ab und sind äufserst wirksam; sie sind in 
stark Rot, tief Dunkelgrün und dergleichen Farben gekleidet. 
Zweites Fresko: Flora. Böcklin will die Figuren 
mit Zinkweifs malen, die Luft mit Kalk. Lieber würde 
er Bleiweifs brauchen, doch fürchte er, dafs es schon an 
offener Luft schwärzlich werde. Er Will auch Zinnober 
probieren. Die Flora soll im Fleisch elfenbeinern werden, 
ihr Gewand grau und auf der Brust nur um eine Spur 
dunkler. Der grüne Mantel wird durchscheinend werden, 
so dafs Dunkelheiten in den Köpfen (Augen etc.) dunkler 
25"
        

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