Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459710
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1-4 Tage-nicht auf dem Seil gewesen ist, wird er unsicher 
und wird viel eher einen Fehltritt thun, als wenn er sich 
täglich übt. 
Beim Schaffen mufs man in voller Aufregung sein 
und sich fortwährend Leben und Natur vorstellen; dann 
kommen von selbst die Gedanken und Erinnerungen an 
Dinge und Erscheinungen, an die man vielleicht jahre- 
lang nicht gedacht hat. Es ist etwas Merkwürdiges -mit 
dem Gedächtnis und den Ideenverbindungen, die oft 
durch unscheinbare Dinge und Aehnlichkeiten wach- 
gerufen werden; die Erinnerung an längst Vergessenes 
tritt einem dann plötzlich lebendig vor die Seele: oft 
Erscheinungen im Grofsen, oft auch Bilder kleiner Details: 
wie an einem Felsstück eine Stelle abbröckelte, wie die 
Moose sitzen, gewisse Zusammenstellungen von Farben 
und Formen etc. Man mufs sich darum überall nach 
dem Grund des Wohlgefallens fragen, den eine Er- 
scheinung ausübt; hat man diesen erforscht und die Er- 
scheinung ganz begriffen, so sitzt sie für alle Zeiten fest 
im Gedächtnis. So müsse man es auch mit Studien 
halten, überall das Wesentliche herausfinden und sie dann 
bei Seite legen.  
Bei seinem Karton würde es ihm doch sicherlich das 
Bequemste sein, seine Kleine Vherunterzuholen 
ihr die" Putten zu zeichnen. Er thäte es aber 
und nach 
nicht und 
mute seinenrGedächtnis das Höchste zu; nur so bleibe 
er stets ganz bei der Sache. Erst ganz zuletzt, wenn der 
Karton fertig sei, würde er sie holen ,i um Einzelheiten 
(Gelenke, Knöchel etc.) zu berichtigen.
        

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