Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459701
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brauchen, denn man 
sie sei fast immer 
unsinnig, dergleichen Stoffe viel zu 
kenne ja die Bereitungsart nicht; 
Geheimnis der Fabrikanten! 
18. Juni 69. 
Ein Bild ist eine Harmonie für sich, und da mufs 
rein nur der Geschmack und die Empfindung einem 
sagen, wo etwas kräftiger oder weicher, reicher oder ein- 
facher, farbigerloder grauer sein mufs. Ebenso unnütz 
ist es auch, sich etwas ansehen zu wollen zu dem Zweck, 
es benutzen zu wollen. Wenn man ein Bild beginnt, 
mufs man ihm schon gerüstet gegenüberstehen und alles 
besitzen, was dazu notwendig ist. Auch physische Arbeit, 
langes, angestrengtes Schaffen macht ein Bild nicht 
fertig; man verliert sich dabei nur in erfolgloses Umher- 
tappen und macht nur sich und seine Arbeit tot und 
stumpf. Wenn man fünf Stunden Vormittags arbeite, so 
sei das genug; Nachmittags solle man spazieren gehen 
und beobachten. Eine Stunde lebensvollen Schaffens 
thut mehr als tagelange, mühsame Arbeit, bei der man 
nicht frisch bleibt. Nur mit erhöhter Vorstellungskraft 
bekommt man ein Bild fertig; und diese Vorstellungs- 
kraft wächst durch Beobachtung. Man kann sein Ge- 
dächtnis durch stete Uebung stärken und durch Ver- 
nachlässigung bis zur völligen Unfähigkeit schwächen. 
Man mufs seinem Gedächtnis ungeheuer viel zumuten, 
und beobachten, wo man nur kann. Nur dadurch wird 
man sicher, und das Gedächtnis ist überall bereit. Es ist 
damit gerade, wie mit einem Akrobaten: Wenn er
        

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