Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459640
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die in der Brera oft ganz hellen (weissen): so die Grab- 
legung und die Fragmente von Gestalten (zwei Frauen). 
Bei den Luinischen Fresken ist ihm die Behandlung ein- 
zelneri Stellen rätselhaft. Man sieht auf gröfseren Flächen 
manchmal keinen Pinselstrich und keine Schraffierung, nur 
in den Ecken sind ein paar Striche oder kleine Schatten; 
er begriffe nicht, wie die Farben so spiegelglatt und gleich- 
mäfsig verteilt werden konnten; möglich vielleicht, dafs er 
sie nach dem Malen durch Schlagen oder dergleichen 
geglättet habe, denn über die kleinen Schattenstriche 
ginge auch ein weifslicher, verschleiernder Schein. 
Zum rechten See-Centauren des ersten Fresko habe 
er anfangs den Grund auch geglättet gehabt, er habe die 
Stelle nachher aber zerstören müssen, weil sie zu stark 
und zu unterschieden vom anderen glänzte. 
Fast alle Kirchen Piacenzas seien voller Fresken aus 
der Zeit Correggios; im Dom sehr schlechte von Ca- 
racci.  
Vom Deckengemälde des Refektoriums S. Paolo in 
Parma erzählt Böcklin, es sei viereckig und habe ein 
Spiegelgewölbe, das durch 16 nach unten sehr markierte 
Rippen eingeteilt werde, diese verlaufen nach oben; in 
der Mitte ist eine gemalte Rosette. In den 16 Abteilungen 
ist ein rhombisch und mit Arabesken gemusterter Teppich 
 sehr wirksam schwarz -und gelb  ausgespannt gedacht, 
und in den mit Rosenguirlanden umkränzten Oeffnungen 
sieht man Engelsgruppen  roh, Hiichtig und bräunlich ge- 
malt, so flüchtig, dafs man oft nicht weifs, ob ein Kopf 
ein Mannskopf oder Kinderkopf ist.
        

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