Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459620
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Drittes Fresko. Apollo; Er müsse die Pferde 
noch recht durchstudieren und sich besonders die Parthenons- 
pferde darauf ansehen, damit es nur ja nicht "arabische 
Rasse würde und sich die Pferdekenner mit ihrer Kritik 
darüber hermachen. Unzufriedenheit von Jakob Burckhardt; 
ihm zeigt dieser Karton gewifs nicht Arbeit genug; und 
doch, meint Böcklin, wäre ihm selbst das zweite Fresko 
eine viel leichtere Aufgabe. Apollo ist eine wilde, leiden- 
schaftliche Komposition und soll kontrastieren" mit dem 
Frieden im Flora-Bilde. 
Zweites Fresko. Flora. Der Pan ist mit seinen 
Bocksbeinen eine zu magere Form im Bilde. Es gehört 
dort eine volle runde Form bezw. eine Gruppe hin, da 
die Gruppe der Flora sowohl wie die der Quelle hohl ist. 
Die Ecke ist zu grofs (drei Quadratmeter), um sie als 
kahlen Fels zu lassen, und doch möchte er weder weibliche 
Gestalten, noch Kinder mehr anbringen, da er auch schon 
genug im Bilde habe. Ich schlug Bacchisches vor (Panther 
oder Bacchus selbst) und: aus der Flora auch eine Frucht- 
spenderin zu machen. Böcklin entgegnete, das ginge auf 
keinen Fall, denn dadurch würde das Bild zu einer 
gewöhnlichen, kalten Allegorie. Eine Kleinigkeit, z. B. 
eine Traube, die ein Knabe darbringt, könnte ihm die 
Komposition zerstören und sie zopfig erscheinen lassen, 
denn dadurch verlöre er den Frühling, der ja die leitende 
Idee sei. 
Der grüne Mantel würde ihm das Malen sehr erleichtern ; 
denn da die meistenReÜexe und Schatten grün seien, könne 
er fast alle Figuren dieser Gruppe mit grüner Erde malen.
        

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