Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459594
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 Zugleich hat Böcklin auch den Karton für das dritte 
Bild über der langen Treppe begonnen: Apollo mit 
dem Viergespann; riesig grofs, fast drei Meter. Er bc- 
absichtigte bei den Kompositionen, dal's alle möglichst 
verschieden von einander seien, damit der Beschauer 
immer wieder überrascht und durch Unerwartetes ange- 
regt werde. Diese Komposition ist stark von unten ge- 
sehen und sehr knapp im Raum gehalten. Da man den 
Fufspunkt der Wand nicht sieht; wird man über die wahre 
Gröfse getäuscht werden und Apollo wird noch riesiger 
erscheinen. Er steht flott in fast trotziger jugendfrische 
da und reifst die Zügel nach der einen Seite. Die Luft 
wird dunkel, als hohe Luft, vielleicht blau; alle Pferde 
weifs; Mantel, Strahlenkreis und das Stück des Wagens, 
sowie die Zügel will Böcklin vergolden, und zwar durch 
Blattgold-Auflage, was vielleicht billiger zu stehen komme 
als Muschelgold. Er schätzt 20 F rcs. auf etwa 3l4 Quadrat- 
meter. 
Die Komposition war erst begonnen und Apollo in 
Kontur gezeichnet. Böcklin probierte einen Pferdekopf, 
um die Gröfsc zu finden, die vor dem Apollo nahe 
kommt. 
Juni 
Apollo] Hintergrund wird teppichartig einförmig 
tiefblau (Ultramarin ziemlich rein, vielleicht mit ein wenig 
grüner Erde gebrochen). Böcklin fürchtet, die Strahlen 
werden nicht glänzen und gerade da sei gemalter Glanz 
nicht genügend; da brauche er wirklichen Glanz. Das
        

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