Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459557
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hat man die Originale nicht vorher schon begriffen, so 
nützt einem das Zeichnen auch nicht. Hat man aber ein 
Werk begriffen, so bleibt es dem Gedächtnis auch einge- 
prägt. 
In Mailand gäbe es so viel zu sehen, dafs es sich 
verlohnte, sich einmal auf ein jahr dort festzusetzen. 
Ich fragte nach Fresken von den Caraccis und 
Guercino und bedauerte, den Palazzo Farnese in Rom 
nicht besucht zu haben. Böcklin sprach geringschätzend 
von ihnen und meinte: wenn marr sich von vornherein 
beim ersten Eindruck schon sagen mufs, solche Arbeiten 
sind scheufslich, so sieht man sie lieber gar nicht an. 
In Parma findet sich von Correggio eine Wieder- 
holung der Dresdener Madonna auf dem Thron mit 
Hieronymus und Katharina; vielleicht das Original; unter 
halber Lebensgröfse. Man sieht da neben vielem Schönen 
auch wieder, Welcher Roheiten und Flachheiten in Form 
und Farbe Correggio fähig war. Der lange Hieronymus 
mit winzigem Kopf und bedeutungsloser Bewegung als 
Eckstück, daneben ein so winziger Löwe, und dann die 
schauderhaften roten und gelben Gewänder. 
Von den Fresken sagte Böcklin jedoch: Correggio 
u. A. suchten das auszusprechen, was sie für das Wesent- 
lichste in der Komposition hielten, und verlangten dann 
vom Publikum, dafs es ihnen folge. So suchten sie vor 
allem erst Kopf, Bewegung und charakteristische Bewegung 
der Hände treffend zu geben; die Falten würden dann 
gleichgiltiger behandelt.
        

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