Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459540
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malten Reliefs. So in dem Kloster S. Paolo in Parma 
im Refektorium. Correggio hat hier die Decke, ein oben 
abgestumpftes Kreuzgewölbe, in 16 Teile (Lauben) geteilt. 
Am unteren Teile sind gemalte, halbrunde Nischen, 
darin gemalte Statuen; die Beleuchtung entspricht dem 
wirklichen Lichte, so dal's er beim Hineintreten getäuscht 
war und dachte, das macht sich nicht übel, bis er es an 
einigen abgefallenen Stellen und Restaurationen erkannte. 
Unter dem Relief z. B. eine am Olymp aufgehängte Here. 
Es ist merkwürdig, was die Leute bei Correggio be- 
wundern: Ein süfslicher Engelskopf mit dem frechsten 
Lächeln wird angestaunt und erregt Entzücken, und die 
Hauptsache wird gar nicht beachtet. 
Böcklin brachte einige Photographien mit. Nach 
Parmigianino: Vermählung der heiligen Katharina. Ein 
Bild, das flott heruntergemalt ist in höchstens drei Tagen; 
Madonna sehr schön, ihre Stellung reizend empfunden. 
Etwas unter Lebensgröfse. Das Bild ist so frisch herunter- 
geschrieben, dafs die Finger der Madonna nur ein Pinsel- 
strich sind und doch die erforderliche Wirkung thun. 
So, meinte Böcklin, müsse man malen. Wenn nur die 
Hauptsache schlagend gegeben sei; das Uebrige so schnell 
als möglich, wenn es nur in der Erscheinung wirksam 
dastehe. Er habe dort vergleichen können, was die 
Kupferstecher für süfsliche und charakterlose Stiche aus 
solchen Bildern machen. 
Es verlohnt sich übrigens nicht, Photographien u. dergl. 
aufzukaufen; denn man sieht sie später doch nicht wieder 
an. Mit Kopieren und Zeichnen ginge es einem auch so;
        

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