Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459460
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reichen, auf sehr viel anderes verzichten: wdie grofse 
Brillanz der Farben im hellen Lichtcß 
Das Wasser mit seinem schräg hineingehenden Sand 
hatte zu sehr den Charakter eines Bachbettes. Er be- 
grenzte es daher mit steileren Steinen und machte es so 
zum kleinen Wasserbecken. Das Wasser lasierte er mit 
grüner Erde und Schwarz, malte mit Schwarz die Schatten 
hinein, und so machte es den gleichen Eindruck, als wenn 
er erst das Bachbett in Schwarz und Grau gemalt und 
dann das Wasser darüber mit Grün lasiert hätte. Er hat 
so reichlich Kopaivenbalsam dazu genommen, dafs er 
fürchtete, er könne ihm herunterlaufen, bei dem schnellen 
Anziehen im Sommer aber ist das ausgeschlossen. Wenn 
man auf wenig bemaltem, angetuschtem Grunde etwas so- 
gleich als fertig hinstellt, könne man Kopaiva sehr reich- 
lich brauchen, man werde dadurch die Schönheit der 
Farbenqualität nur erhöhen. Ist man aber genötigt, über 
solche fett lasierte Stelle noch ein oder mehrmals zu 
gehen, so wird die Erscheinung pappig und unangenehm. 
Etwas Oel (d. h. soviel als die Oelfarben an sich ent- 
halten) scheine ihm zum besseren Binden notwendig; 
früher habe er darum auch Nufsöl dazu genommen, weil 
er noch nicht den Mut hatte, Kopaiva rein anzuwenden 
aus Furcht vor dem Reifsen; da sei ihm aber alles be- 
deutend nachgegilbt. 
Er male nun schon seit 1853 damit und sei durch 
Gunkel darauf gekommen, der einmal als Kuriosum er- 
zählte: ein alter Maler in Kassel male mit Kopaivenbalsam 
und könne ihn nimmer genug rühmen. Darauf habe er
        

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