Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459459
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Auge stärker und an einer andern Stelle anzugeben als 
am anderen, um dem einen ein gröfseres Interesse und 
dem Ganzen mehr Leben zu verleihen.  
Mai 
Grün, Gelb und Blau stimme nie gut zusammen, und 
als ich mich auf Tizian und die vordere Partie seiner 
Wiesenquelle berief, meinte er von jenem: ja, dann sei 
es im Valeur und in der Wärme sehr von den andern 
Farben verschieden; und bei seinem Bilde hätte er das 
Gelb in dem vorderen Faun nicht angebracht, wenn er 
nicht gewollt hätte, dafs er schmutzig und seinem Cha- 
rakter gemäss stinkig erscheinen soll. Schwefelgelb  
ein schmutziges Grüngelb  sei stets häfslich. 
Böcklin behauptet, ein Bild sei verkäuflich, sobald es 
mit Ueberzeugung gemalt sei und wenn der Maler das, 
was er gewollt, nach seiner Naturempßndung darin aus- 
gesprochen. Das Publikum wäre ja gierig nach solchen 
Bildern. 
Mai 
Wiesenquelle. Ich bewunderte den Glanz, die Glut 
verschiedener Farben Grün im Bilde und meinte, es 
Würde neben einem altdeutschen Bilde an Farbenkraft 
stichhalten. Böcklin bezweifelte das; es hätte aber auch 
nicht in seiner Absicht gelegen, sein Bild bis zu dieser 
Farbenpotenz zu steigern. Die Altdeutschen gäben eine 
Erscheinung aus der Natur und müfsten, um sie zu er-
        

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