Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459417
354 
rosiger halten müssen. Er habe es gestern im Freien be- 
obachtet, wie das Grün der Wiesen, natürlich nicht im 
hellen Sonnenschein, im Fleisch mehr das Rot hervortreten 
lasse. Seine Nymphe habe im Hals noch zu viel Gelb. 
Wenn Fleisch heller ist als Luft, so ist es Sonnenschein 
oder bei dunkler Luft mindestens Halbsonne. Eine grüne 
Wiese ist sogar heller als die Luft gegenüber der Sonne, 
wie er gestern gesehen. Es giebt natürlich auch Gegen- 
stände, deren Lokaltöne im Sonnenschein dunkler sind 
als blaue Luft. 
Mai 
Leute, wiejener Wiener Kanon, seien keine Koloristen, 
denn sie nehmen es mit ihrem Malen gar nicht so genau 
und legen auf Valeur und feinere Abstimmung der Farben 
wenig NVert; sie Wünschen nur ihre Bilder recht brillant 
und farbenreich zu machen. 
Rembrandt sei auch nicht als Kolorist zu betrachten, 
denn es ist ihm nur um Hell gegen Dunkel zu thun, auf 
Farbenstimmungen hat er sich nie eingelassen. 
Braun und Goldgelb ist z. B. ein Zusammenklingen 
von zwei Farben; Schwarz und Grün wirken jedoch nur 
als Hell und Dunkel in der Malerei. 
Böcklin wünschte sein Atelier heller grau angestrichen, 
(nicht zu kalt, sondern mit Pariser Grün gemischt) und 
Lamberie und Thüren etwas dunkler grüngrauer. Nur alles 
Braun und Gelb in der Umgebung der Bilder vermeiden! 
Er hat deshalb auch seine gelben Hoizstaffeleien kaltgrau 
gestrichen.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.