Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459341
347 
Falten, die über die senkrechten Unterschenkel fallen. Er 
hat diese Züge daher von kleinen Kreuz- und Querknittern 
unterbrochen dargestellt, doch so, dafs es von fern nicht auf- 
fällt. Die Füfse wird der Schleier verstecken. Sehr wahr 
und schön ist auch, wie er durch die herabfallenden und 
flatternden Gcwandzipfel das Grün des Rasens durch- 
schimmern läfst. Er zeigte mir an seiner Hand und an 
seinem gelben Schuh, wie die Farbe des Schleiers das 
Gelb aufhebt, so würde es auch das Gelbe im Grün auf- 
heben und, wie bei Hand und Schuh, ein mattes Rot dafür 
hervortreten lassen. Er hat darum etwas Krapp ins Blau 
genommen. Bei der Brust hat Böcklin auch die Schatten 
durchscheinen lassen, die die dichteren Falten auf das 
weifse Fleisch werfen. Bei Stellen auf dem Oberkörper, 
die durch den Stoff nur einfach verschleiert werden, wird 
die Farbe des hellen Fleisches nur ganz unmerklich ge- 
ändert. Durch die blaue Farbenmasse der verschleierten 
Figur ist der Felsen unter ihr wie auch die Kindergruppe, 
in der Grotte, Warm und fast etwas bräunlich geworden. 
Der Vogel ist klein und doch naturrichtig. Man 
schätzt solches Tier gewöhnlich gröfser als es ist; ff," ist 
die nachgemessene Länge mit Schwanz. Man kann solch 
Tier ganz gut in der geschlossenen Hand verstecken. 
Hinter der Nymphe ist übermooster Felsen mit vielen 
kleinen, rundlichen Blättern, darunter eine energische Tiefe, 
die fast schwarz erscheint, gleichwohl aber nur ein mäfsig 
dunkelgraugrüner Ton ist. Wirkliches Schwarz würde 
dort allen umstehenden Farben die Intensität und Farbe 
nehmen und die Wiese wie die Nymphe blafs und mehlig
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.