Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459336
346 
das Fleisch ganz einfach gehalten und die Lichtseite kaum 
durch Andeutung von höheren Lichtern modelliert. 
3. Mai 69. 
Die Wiesenquelle schreitet schnell ihrer Vollendung 
entgegen. Felsen und Wiesen sind fertig, und die Nymphe 
hat Böcklin heute fast ebenfalls vollendet. Am Krug hätte 
er viel versuchen müssen, bis er die passende Farbe ge- 
funden habe; denn den Krug betrachtet man zusammen 
mit der Figur, und somit wirkt er bestimmend auf ihre 
Erscheinung. Er hat ihm nun eine hell graugrüne Farbe 
gegeben, welche etwas.heller ist als das durch den Schleier 
scheinende, helle Fleisch. Als er den Krug anfangs nur 
ein wenig dunkler hatte, erschien es immer nackt. Das 
Gewebe des Schleiers ist ungemein zart, und doch bilden 
die Falten ziemlich tiefe, bestimmte Schatten. Bei dem 
Schleier der Nymphe mufste er, weil diese im Freien 
sitzt, hierauf verzichten. Er hat solche Bestimmtheiten 
nur vorsichtig an wenigen Hauptstellen benutzt, wo sie 
die Verkürzung ausdrücken halfen. Diese ist meisterhaft 
getroffen; man erkennt durch den Schleier die ganze 
Modellation der Beine, ohne dafs diese nackt erschienen. 
Sehr schön ist, wie die Falten über das Bein herunter- 
fliefsen. Es hätte ihm viel zu schaffen gemacht, angenehm 
aussehen zu machen: wie die Falten mit dem Schenkel 
gleichlaufen und doch nirgends mit den Konturen Parallelis- 
men bilden, und wie sie die Schenkel kreuzen oder gar 
mit dem Lichte mitlaufen, ohne doch die Modellation zu 
stören oder aufzuheben; und sodann die senkrechten
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.