Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459305
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als Blumen, zum Teil als Rellexe hineingespielt und es dann 
in den dunkelvioletten Tönen des Felsens bis zum Schatten 
hin ausgebreitet. Die Farbe des Schleiers springt so nicht 
als einzeln und unvermittelt heraus; zugleich aber wird 
durch diese Beziehungen zu vorderen Tönen erreicht, dafs 
die Farbe des Schleiers vorn ist und etwas ganz anderes 
ist als die Luft, mit der sie sonst zusammenfallen Würde. 
S0 hat er auch in dem nafsgrünen Moosstreifen in der 
Mitte das Grün der Wiese durch das Bild verbreitet, und 
es würde ihm jetzt ein Leichtes sein, durch einige leichte 
Lasuren und Schatten die jetzt noch zu kalt graugrüne 
Wiese oben fertig zu machen. 
28. April 69. 
Die meisten neueren Maler nähmen für ihre Bilder 
keine gewisse Beleuchtung an; Morgen- oder Abend- 
beleuchtung, warmes Licht und kalte Schatten oder 
umgekehrt, oder sie wollten durch Übergiefsen aller 
Gegenstände durch ein weissliches oder graues Licht dem 
Bilde Einheit und Harmonie geben. Böcklin meint, von 
alledem sähe man in der Natur nichts, sondern man 
bemerkt: dafs im hellsten Lichte alle Unterschiede der 
Farben sowie der Töne in gröfster Klarheit und in um-- 
fassendster Skala hervortreten. ]e mehr das Licht mangelt, 
desto farbloser werden Töne und Farben; der völlige 
Lichtmangel ist völlige Farblosigkeit: Schwarz. 
So ist in der Wiesenquelle die Höhle schwarz; die 
Kindergestalten darin unterscheiden sich fastrnur im Ton
        

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