Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459266
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ohne welche die Figur sonst durch den Faltenzug ein- 
geschnürt und unfrei in der Bewegung aussehen würde. 
Bei Schleiern hat man mehr Willkür als bei anderen 
Stoffen, denn der leiseste Wind kann damit spielen, und 
sie können willkürlich sich bewegen und hängen bleiben, 
wie es sich gerade zur malerischen Erscheinung gut 
macht, was bei schwereren Stoffen unmöglich ist. 
Der Fels unten müsse durch Moose und Flechten 
noch dunkler und farbiger werden. Man ist dabei in der 
Farbengebung ganz frei und hat die gröfste Willkür. Be- 
sonders im Frühling kommen alle Farben vor, vom leuch- 
tendsten Rot an bis zu Schwarz. Wenn ihre Blütezeit 
vorbei ist, sterben sie ab, oder sie werden schwarz, grau, 
grauweifs, weifs  überhaupt eintöniger. Im Frühling 
aber sind sie so farbig, dafs man ganze Baumstämme 
hellgelb oder rotbraun malen könnte. Nur Platanen treten 
ohne Flechten auf, weil sie sich jährlich absehälen. 
Der Kinderreigen ist beinahe vollendet, nur sind den 
Kindern noch Händchen und Füsse zu malen, Was Wohl 
die Arbeit eines Tages sein würde. 
Neapelgelb wolle er als eine unsichere Farbe ganz 
von seiner Palette verbannen, ebenso die Jaunes brillants. 
Chromgelb könne er aber nicht entbehren, er halte es für 
solid. Aufserdem wolle er sich aber auf Ocker und 
vielleicht 
Kadmium 
beschränken. 
25. April 69. 
Fritz Burckhardt befragte Böcklin wegen 
:r Pigmente, die den Spektralfarben mög- 
22": 
Professor F 
möglichst reiner
        

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