Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459241
337 
In der Rauniverteilung steht der Kopf über der 
Hälfte; der Breite nach kommen zwei Faktoren in Betracht: 
die Form des ganzen Kopfes und die Lichterscheinung 
des Gesichtes, welche einander das Gleichgewicht halten 
müssen, so dafs die Kopfform im Ganzen etwas rechts, 
das Gesicht etwas links von der Mitte zu stehen kommt. 
 YViesenquelle. Böcklin hat nun die grüne Wiese 
gemalt und zwar so, dafs er den kalt graugrünen bisherigen 
Ton so viel als möglich zum Licht der Wiese benutzte 
und dazu warmgrüne Schatten einführte. Der dunkel 
braungraue Ton hinter der Nymphe soll durch einzelne 
noch grössere Tiefen zum dunklen Lokalton einer braun- 
griin übermoosten Felsfläche werden. Die Nymphe ist 
nun ganz in Schleier gehüllt und das Gesicht farbiger, 
aber auch etwas heller gemalt  mit kaltroten Wangen. 
Die Verkürzung der Nymphe ist nicht so stark, als sie 
beim jetzigen Standort des Bildes vielleicht scheint. Der 
Stützpunkt des rechten Armes ist höher als die Stelle, 
auf der sie sitzt; und je höher man das Bild aufhängen 
wird, um so geringer wird die Verkürzung erscheinen. 
Den Schleier hat Böcklin violcttblauer gemacht; er zeigte 
mir mit einem wirklichen Kreppschleier dieser Farbe, wie 
die Hand bei den durchscheinenden Stellen viel rötlicher 
durch den Schleier wirkte, als ihrer Lokalfarbe oder der 
des Schleiers entspricht. Die violettblaue Farbe des 
Schleiers bringt Harmonie und volleren Klang in das 
Bild und läfst die violetten Blumen auf der Wiese nun 
SCHICK, BÖCKLIN-TAGEBUCH 22
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.