Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459225
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sie dasselbe Motiv behandeln.  Böcklin zeigte mir eine 
Photographie nach Gleyres Omphale und Herkules. Das 
Bild sähe aus wie eine Trödelbude, in der er alle seine 
Altertumskenntnisse habe auspacken wollen. Alles ohne 
künstlerische Wahl zusammengestellt: Säulen, Kränze, 
Pfau, Sessel etc., und sich mit Prätension zur Geltung 
bringend. Die Figuren haben überall den Typus von 
Modellen. Der Herkules sieht aus, wie nach einem ge- 
wöhnlichen Modell dick gemalt. Aeufserste Ausführung 
eines Bildes sei durchaus nicht zu verdammen, und es 
giebt ihm einen eigenen Reiz, wenn das Auge den 
Einzelheiten mit Interesse nachgehen kann, nur müssen 
sie geschickt und künstlerisch angebracht sein. 
Das Porträt von Dr. Hans Burckhardt (und das 
seiner Frau) wurde Böcklin zum Firnissen zugeschickt. 
Er überzog sie mit Mastixiirnis, denn Kopaivenbalsam 
verliert mit der Zeit den Glanz, wird stumpf. Das Bild 
selbst ist mit Kopaiva gemalt und nicht die Spur ge- 
dunkelt oder vergilbt, seit mehr als 2 jahren, was an 
dem blendenden Weifs des Kragens zu sehen ist. Böcklin 
hat es in zwei Sitzungen gemalt, wo er von Mittag bis 
Abend hat durchmalen können  also ganz nafs in nafs. 
Am Abend des zweiten Tages sei die Farbe dann zähe 
geworden, was man an den trockenen Pinselstrichen des 
Stirnlichts und des Bartes sehen kann. Brillant dunkel- 
gelb lasiertes (es War Böcklin also zu branstig geworden) 
Halstuch mit schwarzen Linien; tiefschwarzer Rock; weifser
        

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