Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459170
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Züge geben wolle, als er aus der Photographie herauszu- 
lesen vermöge. 
Böcklin hat sich eine kleine Quantität vom aller- 
feinsten Ultramarin gekauft und sagte, er würde sich 
nie wieder Ultramarin als Oelfarbe anschaffen, denn man 
erhielte nie den besten. Uebrigens brauche man ihn, da 
er sehr feinteilig ist, nicht zu reiben; es genügt, etwas 
Kopaivenbalsam oder Oel zuzusetzen, so ist er anwendbar. 
Er hatte ein intensives grünblaues Ansehen, wie blau- 
grüner Oxyd, das aber bei Zusatz eines Bindemittels so- 
gleich verschwindet. 
7. April 69. 
Er Würde sich nie auf die beschränkenden Bedingungen 
einlassen, ein genau entsprechendes Pendant zu einem 
Bilde zu malen, das schlecht in der Raumverteilung sei. 
Vor einem Jahr hätte man ihm bei dem Porträt eines 
alten Mannes so etwas zugemutet; als er sich dem wider- 
setzte und das Bild nicht als Pendant behandelte, waren 
die Leute schließlich doch zufrieden, zumal sie sahen, 
dafs es besser geworden. 
Das Porträt des verstorbenen Knaben hat Böcklin 
so verteilt, dafs die Bildmitte noch unter dem Kinn ist. 
Es sähe scheufslich aus, wenn der Kopf gerade oder fast 
in der Mitte der Bildhöhe stehe.  Es wäre ebenso unschön, 
als wenn man Bilder in der Mitte der Zimmerhöhe und 
nicht darüber aufhängen würde. 
Beim Anlegen eines Bildes entstehen gar zu leicht 
branstige Töne, die der Weiterentwickelung höchst schäd-
        

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