Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459169
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diese Erscheinung sähe man mehr im Sommer. Im 
Frühling sei eine Wiese unglaublich bunt in den stärksten 
Farben. Nur das sei bei einer Wiese charakteristisch: 
dass die Blumen nach ihren Arten gruppenweise bei 
einander stehen; und so stehen denn auch bei aller Bunt- 
heit gewisse Blumenfarben immer zu Haufen. 
Bei der Wiesenquelle sprach Böcklin von seinem 
Arbeitsverfahren. Bei dem vorbereitenden Malen bis jetzt 
habe er abwechselnd die Hauptsachen durchdacht und 
durchgearbeitet. Jetzt aber müsse er von oben herab 
Schritt für Schritt fertig machen und zusammenstimmen; 
und wie er zuerst den Aether und darauf die Knaben 
gemalt habe, so werde er zuerst die NViese malen und 
erst dann die Nymphe. 
Das Bild des verstorbenen Knaben hat Böcklin 
jetzt nach 3-4tägiger Arbeit fast vollendet. Er sagte, 
er würde nie aus eigener Wahl dieses Bild so disponiert 
und einen dunkelhaarigen Knaben mit gelblichem Fleischeß 
in Wolken gesetzt haben; das gäbe immer eine düstere 
Stimmung. Wäre er blond gewesen, so hätte er ihn die 
halbe Mühe gekostet, und das Bild wäre heiterer und 
poetischer geworden. Er hätte dann nur die Augen als 
Sprechende Punkte hervorzuheben gehabt, und der Teint, 
bei den Händen z. B., Würde rosig neben der Wolke ge- 
standen haben. Die farbigen Rosenblätter auf der kalt- 
grauen Wolke geben der Stimmung etwas Wehmütiges. 
Auch den Gesichtsausdruck hat Böcklin ernst gehalten 
und dabei nur das Nötigste gegeben, weil er, um nicht 
in Unähnlichkeiten zu kommen, durchaus nicht andere
        

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