Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459141
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braunen Busch setzte: da habe sie wie ein Stern geleuchtet. 
Die Schönheit der Kamelie beruht aber auch darauf, dafs 
sie gröfser ist als die Azalee und einfacher und mathe- 
matischer in der Form, dabei zart und glatt in den 
Blütenblättern und zugleich gefüllt. Azaleen haben nur 
einen Blütenblattkreis und sind deshalb immer ein wenig 
verdrückt und bewegt in der Form. Ferner aber wirkt 
auch der Farbengegensatz der zart rosafarbenen Blume zu 
den dunkel warmgrünen, wachsartigen, gröfseren Blättern; 
das helle Glanzlicht dieser vereinigt die beiden Farben 
zu einer sanften Harmonie.  Das grüne Blatt der Azalee 
ist kleiner, schmaler, stumpf und durch die gelbgrünere 
Farbe dissonierend mit der Blüte. 
5. April 69. 
Ueber die erwähnte farbige, gelbe Ausstrahlung 
des Blau sagte Böcklin, er habe sie gerade gestern sehr 
stark gesehen. Von zwei Damen, die nebeneinander 
gingen, hatte die eine einen schwarzen Mantel, die andere 
ein anilinviolettes Kleid und eine graue Jacke. Das 
Schwarz erschien Warmgrün in der Nähe des Violetten, 
und das Grau sah man bei den Schultern klar als Grau, 
nach dem unteren Teile zu aber mischte es sich ganz 
entschieden mit Grün. Bei naher Betrachtung werden 
diese subjektiven Erscheinungen bei lebhaften Farben 
Weniger auffallen; es gehört eine gewisse Entfernung dazu. 
Da ein Bild aber über die Entfernung von den gemalten 
Gegenständen täuschen Will und sie nie so giebt, als be- 
fänden sie sich in der Bildfläche, so sind solche Erschei-
        

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