Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459131
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Aber es ist schwer, genaue Beobachtungen anzustellen, 
da man die verschiedenen Farben selten unter gleichen 
Bedingungen sieht. 
Ein zackiges Blatt, im Luftreflex kalt bläulich-graugrün 
vor einem rötlich dunkelgelbgrauen Grund, der leicht be- 
schattet War, schien einen Ausstrahlungston von leisem, 
schönem Anilinviolett zu haben. 
Chromgelbe Blumen vor Dunkelgrün schienen eben- 
falls einen Schimmer von Ultramarin zu haben. Ebenso 
reife, gelbe Orangen, wo sie vor dem dunklen Blätter- 
schatten hingen, schienen eine Spur Ultramarin in der 
Umgebung der Frucht zu haben. Bei blauen und anilin- 
violetten Blumen habe ich keine Spur eines gelben Schim- 
mers bemerken können, vielleicht weil sie zu dunkel 
waren. Professor Fr. Burckhardt, den ich im Ausstellungs- 
saal traf, meinte jedoch, Blau affiziere das Auge mehr 
als andere Farben, und die Strahlen dieser Farbe zerstreuen 
sich auf der Netzhaut über die Grenzen des Farbenbildes 
hinaus, daher sähe man die Ausstrahlung des Blau meistens 
nicht oder als Blau. 
Neben den herrlichsten Gruppen vonAzaleen und 
Cinerarien gefiel eine Kamelia dennoch mehr und wurde 
vom Publikum als wdie Königin der Blumem vorgezogen. 
Fragte man nach dem Warum, so mufste man sich sagen: 
Weil sie allein stand, die Azaleen aber zu Haufen. Prof. 
Burckhardt meinte, auch Böcklin hätte ihn einmal im Bo- 
tanischen Garten hierauf aufmerksam gemacht, indem er 
von der unscheinbaren Blütengruppe einer Verbene eine 
einzelne Blüte nahm und sie auf einen kleinen, blütenlosen,
        

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