Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459074
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Obwohl er noch keine warme Farbe angewendet, 
mache das Bild doch einen warmen Eindruck. Ich suchte 
die Ursache in den kalt violetten und weifsen Stellen 
oben in der Wiese. Böcklin aber meinte, es sei schwer 
zu definieren, was eigentlich Warm und was kalt in 
der Malerei sei. Warm sei eine angenehme, freund- 
liche Harmonie, überhaupt vielleicht das Zusammen- 
stimmen und Zusammenklingen im Bilde. 
Er begann heute einige der Knaben zu malen. Die 
mittleren schweben über der leuchtend gelben Wiese, 
von der aus der eine am Schenkel, der andere am be- 
schatteten Bauch reflektiert wird. Er hat die Körperchen 
ganz leicht  in hellem Sonnenschein modelliert. Im 
Licht gelb, in den Halbtönen kaltviolett (Eisenoxyd); 
im Schatten je nach den Reflexen. Er wolle sie nicht 
weiter ausführen, nicht wie wirkliche Kinder. Die Masse 
der gelben Blumen unten erzeugten ihm alles Grau, 
welches zur zarten Erscheinung der Putten notwendig war. 
Dem Knaben, der vorn in der Mitte tanzt, gab er statt 
der Veilchen Gänseblumen, Weil sie sich nicht deutlich 
genug vor dem Himmel abhoben; die Gänseblumen mit 
ihren gelben Punkten gäben aufserdem auch dem Fleisch 
des Putten eine zarte Abtönung. 
29. März 69. 
Wiesenquelle. Böcklin hat heute die Wolken ge- 
malt, nachdem er sie vor einigen Tagen ganz einförmig 
blau mit Ultramarin, grauem Kobalt und Weil's angestrichen. 
Indem er die hohen Federwolken auf diesem einfarbigen
        

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