Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459062
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malen. Er wolle daher beim Fertigmachen auch die 
vorderen ganz leicht mit Luftton und Weifs übergehen, 
um ihnen mit der Luft etwas Verwandtschaft zu geben. 
Er hätte darum den Luftton nicht erst daruntergestrichen 
und die Putten auf ihm herausgemalt, weil solch blauer 
Grund nie zu überwinden sei und immer wieder durch- 
wirke und sich durchfresse, d. h. die helleren, oberen 
Farben verschlucke. 
Den ganzen Kreis des Knabenreigens hat Böcklin 
um mehr als eine Handbreite nach rechts gerückt, um 
der gröfseren lXIasse der beiden'Pane Gleichgewicht zu 
halten. _ 
Böcklin äufserte noch, in Farben von Felsen, Mauern, 
Baumstämmen etc. könne man ganz frei sein. Er habe 
erst gestern bei einem Spaziergange erstaunen müssen, 
wie grofs die F arbenmannigfaltigkeit von Backsteinen und 
erst gar von Felsstücken sei; ebenso Stämme: er sah 
einen, der auf einer Seite brandrot, auf der andern grün 
von Moosen oder Schwämmen gewesen sei; man könne 
dergleichen also malen, wie es einem pafst. 
23. März 69. 
Wiesenquelle. Böcklin hat neben dem alten Pan 
schon ein sehr stark scheinendes, Warmes Grün, (Lein- 
wandton, grüner Kobalt, etwas Gelb); darin dann unbe- 
stimmte Striche von violettem Eisenoxyd und Schwarz, 
und endlich grüne Erde darüber lasierend. Alles Grün 
der Wiese sei nur grüner Kobalt und grüne Erde.  Grünen 
Zinnober nehme er überhaupt nicht auf die Palette.
        

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