Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1459019
314 
und Luftmasse, 
zu variieren. 
SO 
hat 
man 
völlige Freiheit, 
Einzelnen 
im 
Anadyomene. Dieses Bild habe nur eine enge 
Harmonie: zwischen Violettblau, Blaugrün, Hellgelb und 
tiefem Rotgelb. Gerade das jedoch mache das Bild 
lieblich und milde; er könne hier nicht die volle Harmonie 
aller Farben (z. B. noch ein leuchtendes Rot etc.) brauchen, 
dazu bedürfe es einer anderen Stimmung und eines anderen 
Sujets. Der Körper der Venus samt dem Gewande, das 
über die Schenkel fliefst, und allen Falten, ist heller 
als das Meer; nur über den fernsten Teil gehen einige 
dunklere Schatten. Er wundere sich nur immer, wie die 
Luft, die er doch mit Ultramarin und grüner Erde ge- 
malt, von so violettgrauer Wirkung werden konnte. Es 
rühre dies von der grofsen Masse Blaugrün her, die er 
in dem Wasser habe. Hinter dem Körper malte er leb- 
haftes Glitzern der Wassertropfen im Schleier (Weifs mit 
einer Spur Krapp); dadurch erhielt der sehr lichte Körper 
Gelb und wurde in einen scheinbar etwas gedämpften 
Ton gesetzt. Der Schaum istfast Weifs, mit einer Spur 
Rosaviolett gemäfsigt; die höchsten Lichtflocken enthalten 
aber Weifs und etwas Gelb, Wodurch sie heller leuchten 
als mit blofsem Weifs. In der Komposition entfaltet 
sich den1 Beschauer das Bild von unten aus allmählich, 
und sein Blick. wird erst oben bei den drei Köpfen an- 
gehalten. Darum hätte er der Venus auch keine haltende, 
gekrümmte rechte Handstellung gegeben, sondern sie mit 
gespreizten Fingern das Gewand nur andrücken lassen, 
damit der Blick ohne Aufenthalt darüber hingleite.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.