Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1456009
wenn man sich nur in der Natur immer Rechenschaft 
davon gäbe, warum etwas schön auf einen wirke. 
Auch das viele Naturstudienarbeiten ist nicht bedeutend 
förderlich. Er glaube nicht, dal's Tizian je mit dem 
Feldstuhl hinausgegangen sei. Die Alten haben fast stets 
nur den Eindruck aus sich herausgemalt; und das macht 
ihre Darstellungen, obwohl von studienhafter Treue meist 
nicht die Rede ist, so ungemein interessant. 
Sonnabend, den 5. Mai. Böcklin bei mir im Atelier. 
Mai 
Bei Böcklin, der seinen Idealkopf mit dem grünen 
Schleier (er nannte das Bild wViolax) und seinen Daphnis 
und Amaryllis reizend vollendet hat. Die Viola hat jetzt 
einen schönen Dämmerton, wie ein Kopf in einem 
Zimmer wirkt, WO dichte Gardinen viel Licht nehmen. 
Der Goldrahmen zu diesem Bilde ist 5-6" breit, 
in der Mitte Hach mit dunkelgoldenen leichten Blättern, 
die dadurch entstanden sind, dal's sie poliert auf körnig 
oder porig gemachtem Grund stehen.  Das Gold war 
Böcklin ein klein Wenig zu rötlich ausgefallen. 
Wieder bei Böcklin. Er sprach davon, wie jede 
Farbenstimmung ihren Charakter habe; so wirke z. B. 
Schwarz, Grün und Weifs sehr ernst; Rot, Gelb und 
Blau heiter. (Vor Viola und Daphnis.) Die Stimmung 
Schwarz, Grün und Weifs dulde allenfalls noch Hellrosa, 
weil das die Complementärfarbe von Grün ist. Zinnober
        

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