Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458966
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Ueber Piloty und seine Schule. Sie legen auf 
Unbedeutendes zu grofses Gewicht und betonen es über- 
mäfsig. Das eigentlich Tragische oder Komische käme 
dadurch bei ihren Bildern nie recht zur Geltung. Das 
grofse Publikum zwar interessiert es, Einzelheiten mit 
allem Raftinement und allen technischen Mitteln dargestellt 
Zusehen, aber es wird dadurch gehindert, das Gesamte 
zu beurteilen. Es amüsiere ihn (Böcklin) ebenfalls, solche 
raffinierte Darstellung zu sehen, sie müsse jedoch stets 
dazu beitragen, das Ganze zu fördern und diesem einen 
bestimmten Charakter, sei es nach der Seite des Heiteren 
oder Ernsten hin, verleihen. Das Publikum fühle das doch 
heraus, auch wenn es sich keine Rechenschaft darüber 
Zu geben wisse. Während es einem Pilotyaner bei einem 
Kopfe, wie z. B. bei dem seines dicken Pan, mehr um 
das plastische Vertreten von Nase, Mund und um alle 
kleinen Schlagschatten zu thun wäre, die dabei mitzuwirken 
hätten, verzichte er auf eine solche Frappanz und suche 
nur das Wesentliche, den Ausdruck allein sprechen zu 
lassen, in dem der Grund des komischen Eindrucks auf 
den Beschauer liege, während er den Umrifs im Ton 
nicht so sehr unterschieden vom Grunde dahinter mache. 
Die Schlagschatten müssen den Pilotyanern besonders her- 
halten, sie machen kaum einen Grashalm ohne solchen! 
Er (Böcklin) gebrauche solche malerischen Kniffe und Griffe 
nur, wo sie zur Verstärkung des Reliefs des ganzen Bildes 
dienen, z. B. unter den beiden Pangestalten. 
NViesenquelle. Viele farbige Blumen auf dem 
Oberen Rande der Wiese: kalt violetter, roter Mohn, weifse
        

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