Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458929
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Böcklin erzählte darauf noch manches von Hamon, 
der ihm einer der interessantesten Maler gewesen, die er 
kennen gelernt. Hamon sei durch Goupil in die Höhe 
geschraubt worden und geniefse, so hoch er sein Talent 
nnerkenne, doch einen Ruf und eine Verehrung, die über 
Gebühr gehe. Kleine, pompejanische Bilder, 2' hoch: 
Mädchen mit einem Vogel, oder dergl, seien ihm mit 
1.2000 Frcs. bezahlt worden. Wenn man bei ihm eintrat, 
sahen seine Bilder ganz mehlig und wirkungslos aus; sah 
man sie jedoch einige Augenblicke an, so traten die ent- 
zückendsten Schönheiten in Modellation und Färbung 
einem entgegen. Das Bild nDlC Musen in POITIPCjlK zer- 
fiel ganz; es waren nur einzelne, neben einander gestellte 
Figuren auf einem gelbgrauen, schmutzigen, nach oben 
blauen Luftton. Einzelne der Figuren Waren aber wunder- 
schön; so eine sitzende Mädchengestalt, ein Köpfchen mit 
schön angeordnetem Kranz; die feine Modellierung, wie 
Z. B. ein Ohr ansitzt, war von merkwürdiger Schönheit. 
Hamon sei sehr begabt für kleine Bilder mit ein- 
fachen Gegenständen; die könne er übersehen. So z. B. 
könnte er ihm (Böcklin) bei der Venus mit grofser Sicher- 
heit sagen: die Wirkung würde durch dieses oder jenes 
noch gestört; diese Farbe beeinträchtige die Wirkung 
jener Erscheinung u. s. w. Er übersieht wohl auch eine 
gröfsere Farbenzusammenstimmung; aber für Bilder wie 
die Fresken von Rafael gehe ihm das Urteil ab; die seien 
"ihm unverständlich; da sagt er dann, die einzelnen Figuren 
seien ihm im Auftrag so gegeben, oder sie seien eben 
getreue Naturdarstellung. Für das Ensemble dieser Bilder 
  
        

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