Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458894
sei er im Ton desselben frei und könne ihn nach Belieben 
heller oder dunkler stimmen, je nachdem er das Relief 
des Bildes zu verstärken wünsche. 
Vom Krapplack sagte er: Um die Farbe von der 
Wurzel zu lösen, wende man Alaun an, und es sei nur 
Betrug von den Verkäufern, wenn sie ihn nicht ordentlich 
herauszögen. Es sei gar nicht schwer, man brauche ihn 
nur in Wasser aufzulösen, der Farbstoff scheide sich dann 
ziemlich rein aus. Morelli in Rom habe dieses Verfahren 
angewendet. Von meinem Roten Lack (Möves) be- 
hauptete er, er enthielte Carmin, denn er färbe viel zu 
intensiv, Krapp aber erst, wenn man gröfsere Farben- 
menge anwende, und dann nie so brillant wie Carmin, vor 
dem er jeden warne, Er habe einmal Rosen gemalt und 
sie zuerst mit Weifs und Grau untermalt und darüber dann 
mit Carmin lasiert, was prächtig ausgesehen. Er hätte 
dann das Bild einige Zeit bei Seite gestellt. Als er aber 
wieder nachgesehen, seien die Rosen gelb gewesen: der 
Carmin war verschwunden und nur das Gelb war zurück- 
geblieben. Krapplack dagegen sei ziemlich sicher, was 
die Bilder der Venezianer und Peruginos, überhaupt der 
Cinquecentisten, bezeugen würden, in denen er sich 
schon dreihundert Jahre erhalten habe. Ch r o m g e l b habe 
er nach fünfzehn Jahren noch fast unverändert gefunden; es 
sei also eine gute Farbe, nur müsse man sich hüten, sie 
im Bilde anzuwenden, wenigstens nicht zu früh, denn sie 
habe malerisch zu mächtige Konsequenzen. Dafs die 
Haltbarkeit dieser Farbe so verketzert ist, rührt von den 
früheren Düsseldorfern her, die sie bei ihrer Braun-
        

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