Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458886
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schmälern sich gegenseitig" in der Wirkung und interessieren 
nicht mehr; deshalb habe er diese komischen Bockskerle 
dahin gemalt.  
Böcklin hat heute für einen Freund (Burckhardt- 
Iselin) ein kleines Bildchen gemalt: einen zweijährigen 
Knaben in Maskenkostüm, der ängstlich mit ge- 
Spreizten, etwas krumm gestellten Beinen an einer ver- 
schlossenen Thüre steht und nach der Mama schreit. 
(Aut dem graugelben Grunde der Thüre steht der hell- 
blonde Knabe mit schwarzen Hosen, Weifsen Strümpfen, 
kaltroter. Weste, Weifsen Aermeln und schwarzer, rot ge- 
Säumter Kappe.) So, meinte Böcklin, malen die Neueren: 
in bescheidener, gemäfsigter Skala von Farben und Tönen, 
damit nichts das andere stört, sonst aber strikte so, wie 
Q8 in der Natur vor ihnen steht. Sie hätten vielleicht 
auch noch die zuiällige, braungelbe Thüre dahinter gemalt, 
unbekümmerL-ob sie die Töne in Haar und Fleisch auf- 
hebe. Er selbst hat deshalb der Thüre einen von Haar 
und Fleisch sehr unterschiedenen, grauen Ton gegeben. 
D?! Wäre keiner, der sich, wie er in seiner Anadyomene 
Z- B. die Aufgabe stelle, eine empfundene malerische 
Harmonie zur Erscheinung zu bringen. 
 12. März 69. 
ä XViesenquelle. Lichtmasse in der Mitte auf dem 
Pelsblock; ringsherum sind die Dunkelheiten angeordnet. 
Den Schatten in der Höhle unter den Felsen  Haupt- 
hefe  brauche er, um dem Felsstück Relief zu geben. 
Indem er den Himmel dunkler als dae Haufitlicht halte,
        

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