Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458875
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Spitzer Schädel, Schmalkopf, kurze Hornstumpfen aus den 
Haaren vorguckend.  Böcklin sagte, dieser Faun müsse 
recht stinkig werden .durch die geringen Unterschiede 
zwischen Haar und Fleischl! 
Ich bewunderte, wie richtig er die Verhältnisse, 
besonders in den menschlichen Körpern" getroffen habe. 
Er sagte, das käme daher, Weil er alles nach dem Auge 
male und nie nachmesse. So sei esauch für den Be- 
schauer unmöglich, mit dem Mafsstab nachzumessen. 
Bei Statuen könne man allenfalls messen, aber auch nur 
gewisse unveränderliche Punkte, im Bild jedoch sei rein 
nichts mefsbar. 'Fängt man erst an, den Mafsstab zu 
brauchen, so thut. man vieles dem berechnenden Ver- 
stand zu Liebe, was man nach dem malerischen Gefühl 
und nach der für das Auge sich plastisch wahr aus- 
nehmenden Erscheinung, die im Bilde immer das Mafs- 
gebende ist, nie thun würde, und zuletzt verliert man in 
der Regel das ganze Konzept. 
Meinen Kopf, der immer noch nicht recht in der 
Verkürzung ist, solle ich mir einmal auf Papier zeichnen 
und dabei von_ der Konstruktion ausgehen. Wenn ich 
den Kopf dann abermale, müsse beides Hand in Hand 
gehen: die Vorstellung des Wesens" und die Beachtung 
der Konstruktion; wolle man von letzterer ausgehen, so 
wäre das ebenso fehlerhaft, als das oben besprochene 
Nachmessen. 
10. März 69.   
Er hätte. beirn Quellbilde diese Erfahrung gemacht: 
ein hübscher junge neben einem hübschen jungen Mädchen
        

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