Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458821
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ilistisch: es diente Tizian eben ein brauner Ton, und den 
verlegte er auf den Lorbeer. "Böcklin bestritt das und 
Sagte: botanisches Interesse, wie Wir heutzutage, hätten 
"sie allerdings nicht an der Natur gehabt; aber in Betreff 
der Gesamterscheinung ihrer Malereien hielte er sie für 
viel gröfsere Naturalisten, als die Maler irgend einer 
anderen Epoche.  
26. Februar 69. 
Im Museum hat Böcklin die Treppenwände von 
Sehr geschickten französischen Dekorateurs als Marmor- 
platten malen lassen, die in ihrer mächtigen, hochgestreckten 
Form prächtig aussehen. Ueber der Mitte des Fensters 
will er dieser Tage ein Medusenhaupt in Oelfarbe malen, 
Wozu er heute im Atelier einen Entwurf, gleichfalls in 
Oelfarbe, gemalt hat. Grüne Broncemaske auf weifsem 
Grunde. Augen: Weifse Emaille. Augensterne: Löcher. 
Auf dem Weifsen Grunde freischwebend, ohne Schatten, 
als Wäre das Haupt mosaikartig auf eine weifseiMarmor- 
platte eingelassen. Es ist von erschreckender und dabei 
doch fesselnder Wirkung, da die Augen stechend gerade 
auf den Zuschauer gerichtet sind. Böcklin will, dafs dieser 
.Anblick grausig stimme und dal's man dann das Fresko 
desto lieblicher empfinde. Aus gleichem Grunde hatten 
gewifs auch die Alten bei Ausschmückung von Architek- 
turen so gerne Medusenköpfe angewendet. 
I. März 69. 
Die Maler verkaufen am meisten und rein auf ihren 
Namen hin, die das eine Bild in gleicher Art malen wie
        

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