Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458807
393 
Dann malte er das grofse Quellblild, die fünfte 
Umgestaltung. Und jetzt komponierte er auf bräunlich 
graugelbem Tonpapier mit Kohle, Weifs und Pastellstiften 
das Bild noch einmal um: einfacher und in besserer Kreis- 
verteilung "der Hauptinteressen. Besonders den Mittel- 
punkt dieser Kreiskomposition hält er jetzt einfacher  
nur Grasfläche  und ganz unbedeutend; die Kinder 
oben knapper und nur wenig Luft; alles Vorteile gegen 
das vorige Bild. Die Art, wie er diesen Entwurf in kurzer 
Zeit wirksam auf das Papier gebracht hat, ist sehr geist- 
voll: auf braungrauem Tonpapier die Figuren nur mit 
Kohleumrissen; dann die Lichter mit weifser Kreide: die 
Luft und die untere weifse Felswand über der Quell- 
öffnung; dann über die Nymphe mit Weifs; Wiese in der 
Mitte grün und gelb; oben und rechts Andeutung vom 
Rosenbusch ; eine dritte Wiederholung des Rot im Körper 
des sitzenden Mannes, der einen Knaben zu halten scheint. 
Böcklins Selbstverleugnung und Rücksichtslosigkeit 
gegen sich selbst ist wirklich bewundernswert und zeigt 
sich recht schlagend an diesem Bilde, das er, seit drei 
Jahren sechsmal verändert, von Neuem begonnen, und bei 
dem er nicht nachlassen will, bis es ihm gelungen. ist, 
das Rechte zu treffen.  
Februar 
Heute begann er die Anadyomene im Goldrahmen 
fertig .zu stimmen, und zwar zuerst Haar und Gesicht, 
dann den Körper.  
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.