Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458779
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 Durch diese Veränderungen ist der Faun nun gegen 
die Nymphe .scheinbar etwas vorgedrängt worden, da der 
an der Felswand hervorwachsende Rosenbusch den Ort 
des Faun zu bestimmen scheint. Ich äufserte dies, worauf  
Böcklin entgegnete: Er rechne nie so dem Ort der Gegen- 
stände nach, sondern male nur nach dem Eindruck und 
nach der inneren Vorstellung; das Andere finde sich von 
selbst, und bei landschaftlichen Gegenständen habe man 
willkürlichste Freihe-it. Er brauche  nur die Felswand 
stärker in das Bild hinein zu verkürzen, und die Sache sei 
berichtigt. 
18. Februar o9. 
Böcklin erhielt heute von Schack zwei Photographien 
seiner Bilder: Daphnis und zweite Villa am Meere. 
Beide, besonders die letztere, sehr gelungen. 
Die Villa am Meer habe er in drei Wochen 
heruntergemalt. Sie ist fast schöner als die erste. Es 
geht eine wunderbare Trauer und Melancholie durch das 
Bild. Es scheint Scirocco und die Luft ist weifs, nach 
unten grau, und hat oben lange Windstriche. Die 
Cypressen und andere Bäume neigen sich stark, fast wie 
bei Sciroccosturm. Böcklin scheint aber nicht gerade 
Sturm gemeint zu haben, auch ist das Wasser ziemlich 
ruhig. Er sagte: Bäume und Buschwerk am Meer sehen 
immer wie vom Sturm bewegt aus, auch bei ruhigem 
Wetter, und nun gar bei einem leisen Winde, wie er ihn 
angenommen. Bei dem beständigen Windwehen vom Meere 
her wachsen sie so phantastisch bewegt landeinwärts. In_ 
der Ostsee, bei Greifswald, soll es vorkommen, dafs
        

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