Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455980
Nach Pettenkofer reifst Kopaivabalsam nie (unwahrl), 
während Kopal schon bald reifst. Diese Risse sind ganz 
klein und wurden bisher für Schimmel gehalten, den 
feuchtes Klima oder feuchte Witterung verursachte. 
Indem Böcklin rvon Farben sprach, zeigte er mir 
das interessante Experiment, wie Deckgrün und Zinnober 
gemischt  anstatt einer Farbe von mittlerer wValeur  
eine viel dunklere Mischung ergeben. Er könnte sich 
das noch nicht ganz erklären. Eine chemische Veränderung 
wäre es nicht, denn durch das Mikroskop sehend, könne 
man noch deutlich die verschiedenen Farbenkörperchen 
neben einander erkennen. Die Veränderung könne also 
nur eine optische sein. Aehnliche Erscheinung giebt 
gelber Ultramarin, auch Bleu de Seine (Kupferoxyd) und 
Zinnober. 
Betrachtet man im Bilde die eingeschlagenen Stellen 
durch das Mikroskop, so sieht man, dafs diese Erscheinung 
nur von der stumpf gewordenen Oberßäche herrührt; die 
Farbenteilchen stehen krümlich oder gleichsam staubig 
auf der Bildfläche. Es gilt nun blofs, ein Mittel zu finden, 
um die Glätte der Oberfläche gleichmäßig wiederherzu- 
stellen; das thut denn für den Moment schon Wasser. 
Solchen Ueberzug herzustellen, hat Böcklin nun die 
mannigfaltigsten Versuche gemacht, so z. B. Wachs in 
Oel aufgelöst; dann Kopaivabalsam mit dem stearinartigen 
Sparmazeta (Wlalfischhirntalg), lNachs etc. 
Ein italienisches Werk vom Ende des XVI. Jahrhunderts 
(Armenino, Trattato della pittura  Zeitgenosse Tinto- 
rettos) giebt manche Aufzeichnung über die Malweise der
        

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