Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458752
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I5. Februar 69. 
Um zu prüfen, in welcher Farbenskala sich ein Bild 
bewegt, wie starkroder wie schwach, und welche Farben 
wohl gut darin stehen Würden, hält Böcklin oft zum Ver- 
gleich die Palette oder irgend einen anderen starkfarbigen 
Gegenstand neben das Bild. Heute hielt er seine in 
schönstem Goldbraun angerauchte Meerschaumspitze neben 
mein Bild und meinte, das wäre eine Farbe, die gut stände 
und nicht im Bilde enthalten sei. 
 16. Februar 69. 
Böcklin eiferte gegen das Messen im Bilde. Er 
messe nie, wie er einen Fehler sehe, und verlasse sich 
beim Aendern nur auf das Auge. Und sei es beim Nach- 
messen auch falsch: Nur das Auge ist mafsgebend. 
Erscheint es für dieses richtig, so sind die Ansprüche er- 
füllt, die man an ein Bild macht, das ebenfalls nur für 
das Auge und nicht für das Nachmessen gemacht ist. 
17. Februar 69. 
Böcklin hat heute angefangen, das Qucllbild fast 
ganz wieder zu übermalen. Er sagte, er Wäre überall zu 
sehr ins Farbige, Lasierte und zugleich ins Braune und 
Gelbe gekommen, was jetzt sehr auffalle gegen die kalt- 
weifse Luft. Wenn in eine Malerei zu früh Gelb eingeführt 
wird, so ist das der Ruin jedes Bildes. Die Winter- 
halter hätten ihn irre gemacht, indem sie ihn immer er- 
mahnten, er müsse auf jeden Fall einen Warm gelben 
Ton durch die Stimmung der Luft führen, und dies hatte zur
        

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