Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458709
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Februar 
Böcklin hat den Himmel beim Porträt des irrsinnigen 
Herrn erst ganz einfach blaugrau angelegt und dann erst 
die Wolkenlichter geschaffen, die in schneidender Helligkeit 
durch den Grund gehen. Die Luft ist in der Mitte kalt- 
grau, nach oben ein schwererer Ton (mit grüner Erde 
untermischt). Ganz ferner Wolkenton und die Schatten 
der unteren Wolken nach blauviolett nüancierend. Fleisch- 
ton immer noch sehr mäfsig (als wäre nur roter Ocker, 
Schwarz und Weil's gebraucht). Böcklin ging bis jetzt 
ausschließlich auf charakteristische Formengebung und auf 
Durchmodellierung des Kopfes aus. 
rr. Februar 69. 
Die Skala des Bildes ist so gehalten, dafs das Dunkel- 
grau des Rockes unverändert geblieben ist von der An- 
lage her und dennoch als Schwarz erscheint. Dabei wirkt 
allerdings auch die grofse Masse, die der Rock im Bilde 
einnimmt und die Einfachheit seiner Farbe mit. 
Wolken und Lichter mufste er in den vorher ein- 
fachen Grund hineinmalen, da ihm die kleinen Formen im 
Gesicht zu unruhig erschienen, um sie zu einem ruhigen 
Ganzen zusammenzuhalten und um die kleinen Lichter, 
wie Hemdlatz, Backenbart etc., Weniger auffallend und un- 
angenehm erscheinen zu lassen. 
Das Gesicht ist jetzt noch zu freundlich; es mufs etwas 
Strenges hinein, denn es ist ein unangenehmer Mensch. 
Auf Urteile und Aussprüche der Leute kann man gar 
nichts geben, denn der eine fand Nase oder Kinn und
        

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