Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tagebuch-Aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin
Person:
Schick, Rudolf Tschudi, Hugo von Flaischlen, Cäsar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1455502
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1458698
282 
Magdalena ungleich bedeutungsvoller und extremer sind. 
Burckhardt erkannte den Eindruck des Bildes an, meinte 
aber, es wäre aus einer Zeit der deutschen Schule, wo 
eben alles erlaubt gewesen.  
Burckhardt erzählte ferner noch von einer entzücken- 
den Landschaft aus dem Sabinergebirge, die Frau 
Bürgermeister Sarasin besäfse: Eine Quelle unter grünem 
Zeug, darüber hohe dunkle Bäume und über diesen oben 
das ferne Gebirge; es sei auch eine Figur darauf, aber 
nur, um den Gegenständen einen Mafsstab zu geben. 
Das Oktoberfest habe Böcklin das zweite Mal 
unendlich schöner gemalt. Nur fände er die kalte, frostige 
Morgenstimmung nicht glücklich und wünsche in der 
"Landschaft mehr Ruhe. Die Nachmittagsstimmung des 
ersten fände er schöner und angemessener. Dieses zweite 
Bild sei jedoch voll schöner, neuer und origineller Züge. 
Ganz entzückend wäre vorne die Gruppe des blinden 
alten Sängers, der zu einer Art Lyra singt. Ein junges 
Mädchen, das abgeschickt, ihm einen Trunk zu bringen, 
lehnt sich zuhörend an die Thüre, und um zu zeigen, dafs 
sie ganz der Musik hingegeben und versunken ist, hält 
sie den Teller mit dem Becher Wein schief geneigt. (Im 
Besitz von Fräulein Preiswerck.) 
Den Petrarca bewunderte Burckhardt sehr, nur wäre 
es ihm lieber, wenn es überhaupt nur ein Dichter in der 
Einsamkeit wäre und nicht gerade ein Petrarca, wobei 
vielleicht noch vom Publikum verlangt würde, dafs es sich 
"dieses oder jenes ins Gedächtnis zurückrufen solle, was 
ies von Petrarca einmal gelesen. (Ungerechtfertigt!)
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.